bericht einer indienreise 2004

In ihrer Vereinsarbeit bestätigt und weiter angespornt für neue Projekte in Indien kehrten sie aus Indien zurück: Agnes Frenken, Helga Rick, Heribert Kamps und Gerd Lenzen, allesamt tätig für das Indien-Hilfswerk in Heinsberg-Horst.

 

Ziel ihrer selbst finanzierten Reise war zunächst das Navjeevan Hospital unter Leitung der Schwestern vom Hl. Kreuz. Sie kümmern sich um die Arbeiter in den Teeplantagen, die als Tagelöhner arbeiten und ihr Leben mit dem knappen Einkommen wirklich nur "von der Hand in den Mund" bestreiten können. Durch Tuberkulose, Mangelernährung und Anämie sind viele Menschen geschwächt und kraftlos und werden aus einer Entfernung von bis zu 50 km an das Krankenhaus verwiesen.

Neben der medizinischen Versorgung legen die Ordensschwestern großen Wert auf die Berufsausbildung junger Menschen: 50 junge Mädchen erhalten eine Ausbildung zur Krankenschwester und können anschließend im Krankenhaus arbeiten oder eine der vielen "Basisgesundheitsstationen" in den umliegenden Dörfern betreuen.

Im vergangenen Jahr konnte das Indien-Hilfswerk in Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein Ultraschall- und ein Röntgengerät für das Krankenhaus finanzieren. Während des Indien-Besuches konnte man sich davon überzeugen, wie rege beide Geräte genutzt werden und für eine frühzeitige Diagnostik und erfolgreiche Behandlung unverzichtbar sind. "Gesundheit und Ausbildung sind eine wesentliche Grundlage für eine Gesellschaft" so die Chirurgin, Schwester Dr. Regina. Das Navjeevan Hospital vereint beide Aspekte und leistet damit als Projektpartner eine "Hilfe zur Selbsthilfe", die sich das Indien-Hilfswerk bei allen Unterstützungen zur Zielsetzung gemacht hat.

 

Zweites Ziel war das in Chennai (seinerzeit Madras) gelegene "Life Help Centre", eine Einrichtung, die vor 27 Jahren in Anlehnung an die deutsche "Lebenshilfe" zur Förderung von Kindern und Erwachsenen mit geistigen und/oder körperlichen Behinderungen gegründet wurde. Bei der Führung durch die integrative Schule und die Schule für Kinder mit geistigen Behinderungen fiel den deutschen Gästen gleich der offene und herzliche Umgang der Lehrer mit ihren Schülern auf. "Der im vergangenen Jahr durchgeführte Workshop mit Fachkräften der Heinsberger Lebenshilfe und der Rurtalschule hat die pädagogische und therapeutische Arbeit der indischen Kollegen weiter verbessert" so der seinerzeitige Vereinsvorsitzende Heribert Kamps, "man konnte förmlich spüren, dass dieser Austausch für beide Seiten eine Bereicherung war." Daher soll diese Arbeit in einem weiteren Workshop im kommenden Jahr intensiviert werden.

 

Der im vergangenen Jahr durchgeführte Workshop mit Fachkräften der Heinsberger Lebenshilfe und der Rurtalschule hat die pädagogische und therapeutische Arbeit der indischen Kollegen weiter verbessert" so der seinerzeitige Vereinsvorsitzende Heribert Kamps, "man konnte förmlich spüren, dass dieser Austausch für beide Seiten eine Bereicherung war." Daher soll diese Arbeit in einem weiteren Workshop im kommenden Jahr intensiviert werden.

 

Um das Spektrum der Behindertenarbeit zu vervollständigen, wurde vom sehr engagierten Personal des Life Help Centres der Wunsch geäußert, eine Frühförderstelle für Kinder von 0-6 Jahren einzurichten. Hier sollen Kinder mit einer Behinderung vom Säuglingsalter an gefördert werden, um ihre Behinderungen frühestmöglich und damit noch effektiver zu behandeln. Wesentlicher Schwerpunkt soll auch die kooperative Zusammenarbeit mit den Eltern durch entsprechende Beratungsangebote sein.

Damit wurde für das Indien-Hilfswerk ein neues Projekt geboren: Therapeutische Geräte und Spiele sollen für diese Frühförderstelle angeschafft werden, damit für viele indische Kinder mit Behinderungen das Leben lebenswerter wird.