workshop 2005
Da das Indien-Hilfswerk (IHW) das Life Help Centre (LHC) nicht nur finanziell sondern auch fachlich 
unterstützen möchte, wurde erstmals im Oktober 2003 ein Workshop durchgeführt. Da dieser Workshop 
sehr positiv verlaufen ist und auch nachhaltig Erfolg zeigte, hat das IHW sich entschieden, einen 
weiteren Workshop im September/Oktober 2005 vor Ort in Indien durchzuführen.
Diesmal wurde ein Schwerpunkt im Bereich Frühförderung gelegt. Das neue Frühförderzentrum im Life 
Help Centre, das das Indien-Hilfswerk in Zusammenarbeit mit dem BMZ (Bundesministerium für 
wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) finanzieren konnte, ist seit Juli 2005 eröffnet.

 

Folgende deutsche Personen waren am Workshop beteiligt:

Andrea Schmitz - Heilpädagogin

Anke Jansen - Grundschullehrerin

Beate Theißen - Sonderpädagogin

Cornelia Gutsche-Weber - Sonderpädagogin

Claudia Peter - Ergotherapeutin

Elisabeth Lenzen - Indien-Hilfswerk, seinerzeit Schriftführerin

Godelieve Aben-Verheggen - Physiotherapeutin

Heribert Kamps - Indien-Hilfswerk, seinerzeit Vorsitzender

Christoph Kamps - Computerkenner

 
Der damalige Vorsitzende Heribert Kamps begleitet und unterstützt bereits seit 30 Jahren die Arbeit 
des Indien-Hilfswerks. Er ist Gründungsmitglied und war seit dem auch Vorsitzender des Vereins.
Elisabeth Lenzen, damalige Schriftführerin des Indien-Hilfswerk organisierte und dokumentierte den 
gesamten Workshop, d. h. Vorbereitung, Begleitung und Dokumentation des Workshops und Nachbereitung.
Anke Jansen, Grundschullehrerin, absolvierte seit Juni 2005 ein halbjährliges Praktikum und leitete 
während des Workshops gemeinsam mit Beate Theißen den Unterricht in der Navapraja-School.

 

                     
     

 

Folgende Arbeitsbereiche wurden durch die Teilnehmer abgedeckt:

Frau Cornelia Gutsche-Weber (Sonderpädagogin)

Gruppe mit Jugendlichen mit Autismus-Spektrum-Störung

Frau Gutsche-Weber hat sich während des Workshops mit zwei unterschiedlichen Schulbereichen auseinandergesetzt. In der Klasse für Schüler mit autistischen Verhaltensweisen ging es um die zeitliche und inhaltliche Strukturierung des Schultages. Die Kollegin, die in der Klasse arbeitet, hat zusammen mit Frau Gutsche-Weber einen Arbeitsplan mit Piktogrammen (bildgebendes Material) entwickelt. Er besteht aus einzelnen laminierten Karten, die die jeweiligen Unterrichtsinhalte repräsentieren sollen. Die Bilder sollen auch für die Schüler, die keine Schriftzeichen verstehen können, verständlich sein. Wir haben von wichtigen Örtlichkeiten im Schulalltag Photos gemacht, die Schüler photographiert. Mit diesem Material lassen sich Personen und Orte festhalten, sie können so Gegenstand von Kommunikation im Klassenraum werden. Es wurden tagesstrukturierende Rituale entwickelt und erprobt :"Morning Circle" , "School is over" . Einfache Spiele wie "Domino", "Memory","Reise nach Jerusalem" (mit reduzierten Schwierigkeiten) wurden im Klassenraum mit den Schülern und Lehrerinnen gespielt.

Pre Vocational Centre

In der Arbeit vorbereitenden Abteilung des LHC wurde gemeinsam mit den Unterrichtenden überlegt, wie die Dokumentation der Arbeitsschritte so gestaltet werden kann, dass sie von den Schülerinnen und Schülern als Unterstützung ihres selbstständigen Arbeitens empfunden und genutzt werden können. Auch hier ist die Umsetzung von Schriftsprache in Bilder ein sinnvoller Schritt, damit die Schülerinnen und Schüler unabhängiger von den Anweisungen der Unterrichtenden werden können.

 

   
   

 

Frau Aben-Verheggen (Physiotherapeutin)

Physiotherapie in der Frühförderung (Early Intervention)

Da das Life Help Centre vor kurzem eine Frühförderstelle eingerichtet hat, hat Frau Aben-Verheggen (Physiotherapeutin) gemeinsam mit der Ergotherapeutin Claudia Peter und der Heilpädagogin Andrea Schmitz Informationen zu Behandlungsweisen gegeben. In dieser Abteilung werden Kinder mit Behinderungen oder von Behinderung bedrohten Kindern, Sprachstörungen und Verhaltensauffälligkeiten im Alter von 0 bis 6 Jahren gefördert. Anhand der Beobachtung von gesunden Kindern wurden die Therapeuten und Pädagogen des LHC angeleitet, wie man Kinder mit abweichender und/oder verzögerter Entwicklung beobachten kann und Entwicklungsauffälligkeiten erkennen kann. Sie haben die Wichtigkeit der engen Zusammenarbeit dieser drei Fachbereiche vermittelt.

Frau Aben-Verheggen hat ausführliche Informationen und Anleitung in physiotherapeutischen Behandlungsmethoden mit Kindern gegeben. Es wurden klassische Methoden wie die Bobath-Methode vermittelt. Darüber hinaus wurden Methoden demonstriert, die man im Wasser ausführt (Halliwick-Methode, Watsu®. Das Life Help Centre verfügt über ein großes Schwimmbad. Die beiden letzten Methoden fanden sowohl bei den Erwachsenen als auch bei den Kindern großen Anklang.

 

Physiotherapie für ältere Kinder

In dem Bereich der älteren Kinder hat Frau Aben-Verheggen, wieder in Zusammenarbeit mit Heilpädagogik und Ergotherapie, Anleitung zur Durchführung von Psychomotorikgruppen gegeben. Mit den Physiotherapeuten hat sie neben der Bobath-Methode auch auf deren Anfrage die PNF-Methode (Proprioceptive Neumuscular Facilitation) durchgenommen. Auch die beiden obengenannten Wassermethoden Halliwick und Watsu® sind für diese Patientengruppe ausführlich dargestellt worden.

 

   
   

 

Frau Claudia Peter (Ergotherapeutin) und Frau Andrea Schmitz (Heilpädagogin)

Während des Workshops fand eine enge Zusammenarbeit der Heilpädagogik, Ergotherapie und Physiotherapie statt, um den indischen Therapeuten und Pädagogen das Konzept der Frühförderung , d. h. die Wichtigkeit der Zusammenarbeit und des sich Austauschens, zu vermitteln. Über das Beobachten von Kindern mit einer "normalen Entwicklung" sollte das Sehen lernen geschult und die Behandlung von Kindern mit einer Behinderung angeleitet werden.

Jede Disziplin hatte im Konzept der Frühförderung ihren eigenen Schwerpunkt. Ergotherapie sowie Heilpädagogik richteten sich vor allem auf praktische und alltagsnahe Anteile. Es wurden z. B. Therapiematerialien selbst angefertigt und erprobt. Des Weiteren wurden Aktivitäten zur Wahrnehmungsschulung angeboten. Darüber hinaus wurde versucht, den indischen Kollegen die Wichtigkeit der Begleitung der Familie von Kindern mit einer Behinderung sowie den Aufbau von sozialen Kontakten zu vermitteln.

 

   
   

 

                                                      

 

Frau Beate Theißen (Sonderpädagogin) und Frau Anke Jansen (Lehrerin)

Für die sonderpädagogische Betreuung der geistigbehinderten indischen Kinder im Life Help Centre als auch für den Austausch über pädagogische Inhalte mit den Kolleginnen vor Ort waren Anke Jansen und Beate Theißen verantwortlich. In den Bereichen Sprachtherapie, Mengen und Zahlen sowie der Musik arbeiteten sie mit Kindern und Lehrern aus zwei Klassen zusammen.

 

Anke Jansen hat die sehr erfolgreiche Arbeit bereits in den Wochen bevor die Workshop-Teilnehmer aus Deutschland anreisten im Life Help Centre vorbereitet. Sie reiste bereits im Juli dorthin und bleibt auch noch bis Dezember. Sie kann die Workshopinhalte noch vertiefen und die Kolleginnen bei Fragen begleiten. Sehr genau beschrieb sie für ihre nachreisenden Kolleginnen den Unterrichtsablauf, die Bedingungen in den verschiedenen Therapiebereichen und erstellte bereits zu jedem Kind der beiden Klassen eine sehr umfangreiche Bedingungsanalyse, die ein sofortiges Anknüpfen in der Zusammenarbeit mit Beate Theißen ermöglichte.

 

 

 

Gemeinsam wurden mit den Kollegen die Bildsymbole mit landestypischen Symbolen erarbeitet. Ein auf die Schüler zugeschnittener Stundenplan mit entsprechender Holztafel zur Befestigung der Bildsymbole wurde fertiggestellt und eingeführt. Rechnen mit und ohne Materialien stand beim Number Concept auf dem Programm. Mit viel Spaß zählten die Schüler in Kreisspielen, rechneten mit Rechenketten oder lernten das Einmaleins mit Musik. Materialien wie Kaunudeln und spezielle Strohhalme wurden zur Sprachförderung vorgestellt und von den Kindern und Kolleginnen mit viel Vergnügen eingesetzt.

 
 
   

Sogar erste musikalische Schritte in Richtung einer Rock Band wurden unternommen. Mit Begeisterung schmetterten die Kinder das Lied "We will rock you". Mit der Anleitung zur Handhabung des Mikrophons, konnten Anke Jansen und Beate Theißen gleich einige Sängerinnen und Sänger für das 28. Geburtstagsfest engagieren. Unterstützt durch einen Schlagzeuglehrer sowie einen Gitarrenlehrer konnte beim Abschlussfest schon richtig abgerockt werden. Auch in Indien sind Songs wie "Hey Baby" und "We are the world" Hits.

 

Herr Christoph Kamps

Der Computerkurs war eine Einführung in das Arbeiten mit dem Computer im Allgemeinen. Da keinerlei Vorkenntnisse bestanden, wurde zunächst der Umgang mit dem PC an sich geübt. Darüber hinaus wurden grundlegende Notwendigkeiten zur Vereinfachung der täglichen Arbeit mit behinderten Kindern erlernt, sowie das Abspeichern und Wiederaufrufen von Dateien, das Anlegen von Übungsdokumenten und Zeitplänen sowie das Ausdrucken der Dokumente und der Umgang mit einem Drucker. Vornehmlich wurden Grundkenntnisse in den Programmen MS Word und MS Excel vermittelt. Die Erlangung dieser Grundkenntnisse kam sowohl dem Lehrpersonal als auch dem Verwaltungspersonal zugute, das künftig mehr mit Computer betraut werden wird.