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Im Jahre 1975 daran zu denken, in einem Land wie Indien ein Behindertenzentrum zu errichten, erschien zunächst völlig undenkbar. Als jedoch einige Heinsberger die Bekanntschaft mit Herrn R.S.Kannan, einem Inder aus Madras, dem heutigen Chennai, machten, änderte sich das. Er absolvierte bei der "Lebenshilfe e.V., Verein für Menschen mit Behinderung, Kreis Heinsberg" ein Praktikum. Auf sein starkes Betreiben hin gründeten einige engagierte Privatpersonen im Juli 76 das Indien-Hilfswerk e.V. Heinsberg. Mit ganzen 7500 DM kehrte R.S.Kannan im darauf folgenden Jahr nach Chennai zurück und gründete das Life-Help-Centre For The Handicapped (LHC) als deutsch-indisches Projekt. Es gelang ihm, ein Haus anzumieten, in dem er die Arbeit mit drei behinderten Kindern begann. Schon nach drei Jahren platzte das Zentrum aus allen Nähten. Aus dem Hilferuf nach Anschaffung eines Kleinbusses entwickelte sich eine Zusammenarbeit zwischen dem LHC, dem Indien-Hilfswerk und der Arbeiterwohlfahrt, die dazu führte, dass man mit Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit ein Grundstück erstehen konnte.

In den nächsten Jahren entstanden unter dem unermüdlichen Einsatz von R.S.Kannan zwei Schulen und Werkstätten.  

Bis heute kamen eine Frühförderstelle, eine Gesundheitsstation, eine orthopädische Werkstatt, eine Wäscherei und eine Wasserzubereitungsanlage, eine berufsvorbereitende Abteilung und eine Wohnstätte hinzu. Sein besonderes Augenmerk legte der Leiter des Zentrums darauf, fähige Sozialarbeiter, Lehrer, Erzieher,Physio-, Sprach- und Ergotherapeuten zu finden. Küchen-und Betreuungspersonal wurden notwendig, als eine Mensa eingerichtet und neun Cottages gebaut wurden, in denen jeweils bis zu acht behinderte Kinder wohnen.

Leider erlitt R.S.Kannan im Jahre 2003 einen Schlaganfall, der ihn dazu bewog, die Leitung des Zentrums in die Hände seines Sohnes Blaze zu legen. Den Ceyrac Trust, ein Schulzentrum und eine Stätte für alte Menschen, die er ebenfalls aufgebaut hat, leitete Kannan, bis ihn ein weiterer Schlaganfall lähmte. Die Nachricht von seinem Ableben Ende Januar 2009 erfüllt nicht nur den Vorstand und die Mitglieder des Indien-Hilfswerkes mit tiefer Trauer und Anteilnahme.